Lesemonat Februar ’20

Hallo Hallo,

der Februar ist vorbei und der März wird es wohl nochmal in sich haben. Arbeitstechnisch hat sich einiges ergeben und auch die Uni fordert grade viel Aufmerksamkeit. Hoffentlich komme ich etwas mehr zum lesen, als es letzten Monat der Fall war. Was ich gelesen habe lest ihr hier:

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Lesemonat Januar 2020

  1. Thomas Bernhard – Gehen

Auf regelmäßigen Spaziergängen berichtet Oehler, der früher mit Karrer ging, einem Dritten, warum Karrer verrückt geworden und nach Steinhof hinaufgekommen ist. Für Karrer war das Gehen Anlaß und Ausdruck seiner Denkbewegung. »Mit Karrer zu gehen, ist eine ununterbrochene Folge von Denkvorgängen gewesen.«, Denkvorgänge, in den Karrer sich klarwerden wollte über die Beziehung des Denkens zu den Gegenständen, über das Verhältnis von Bewegung und Stillstand.

https://www.suhrkamp.de/buecher/gehen-thomas_bernhard_36505.html

Mein Eindruck:

Bernhards Werk ist auf jeden Fall anstrengend zu lesen, aber irgendwann kommt man auf jeden Fall in den Flow. Und dann ist es ziemlich großartig.


2. Vladimir Sorokin – Der Schneesturm

Was beginnt wie eine Erzählung aus dem 19. Jahrhundert, entpuppt sich als fantastische Irrfahrt durch das ländliche Russland einer nahen Zukunft. Der Landarzt Garin will so schnell wie möglich in den Ort Dolgoje, um die Menschen dort gegen eine rätselhafte Krankheit zu impfen, die jedenInfizierten zum Zombie macht. Doch es herrscht Schneesturm, Garins Pferde sind erschöpft, und so heuert er den einfältigen Brotkutscher Kosma an, dessen Schneemobil von winzigen Pferden gezogen wird. Und so beginnt seine Reise in eine Märchenwelt mit Ingredienzien einer Hochtechnologiegesellschaft.

https://www.kiwi-verlag.de/buch/vladimir-sorokin-der-schneesturm-9783462046823

Mein Eindruck:

Sorokins Werk hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Für mich gab es keinerlei Zusammenhang zwischen Sprache und Inhalt, die Geschichte plätscherte dahin und machte mich immer unzufriedener.


3. Sayaka Murata – Die Ladenhüterin

Die literarische Sensation aus Japan: Eine Außenseiterin findet als Angestellte eines 24-Stunden-Supermarktes ihre wahre Bestimmung. Beeindruckend leicht und elegant entfaltet Sayaka Murata das Panorama einer Gesellschaft, deren Werte und Normen unverrückbar scheinen. Ein Roman, der weit über die Grenzen Japans hinausweist.
Keiko Furukura ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Aushilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraha dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht.

https://www.aufbau-verlag.de/die-ladenhuterin.html

Mein Eindruck:

Ich hab einfach ein Faible für asiatische Literatur. Ich liebe den Schreibstil, ich liebe die Erzählperspektive und ich liebe den Inhalt. Go for it!


4. Juli Zeh – Neujahr

Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passsieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen – etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute.

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Neujahr/Juli-Zeh/btb-Taschenbuch/e560973.rhd

Mein Eindruck:

Neujahr hat mich emotional sehr ergriffen, trotzdem absolut fantastisch. Auf jeden Fall jetzt schon ein Jahreshighlight!


5. Janet Lewis – Die Frau, die liebte

Als Martin Guerre nach langjähriger, rätselhafter Abwesenheit endlich zu seiner Frau zurückkehrt, ist Bertrande de Rols von Sinnen vor Glück. Acht Jahre lang hatte sie sich gesehnt, hatte gebangt und gezürnt, war weder Witwe noch frei gewesen, und jetzt – endlich – kann sie sich hingeben. Der Liebe, ihrer Sinnlichkeit, seinem Begehren. Welcher Dämon treibt ihr plötzlich Zweifel ins Herz? Ist der Mann, den sie liebt, wirklich Martin? Hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und einer düsteren Ahnung entfesselt sie eine richterliche Untersuchung – und eine Tragödie.

https://www.dtv.de/buch/janet-lewis-die-frau-die-liebte-14724/

Mein Eindruck:

Ein nettes schmales Büchlein für zwischendurch, allerdings nichts besonderes.


6. Amanda Svensson – Ich habe dir immer über alles die Wahrheit gesagt

Meistens nennt er sie Lilja, wie die Frau des sowjetischen Dichters Wladimir Majakowski. Manchmal auch Sylvia Plath oder Vivienne Haigh-Wood Eliot. Das ist es, worauf ihre Beziehung aufbaut: das Leben in einer Fiktion, in der die Realität keine Rolle spielt. Er kontrolliert sie, und sie kann sich nicht entziehen. Erst spät erkennt sie den Missbrauch in dem Spiel, das sie für die wahre Liebe hält. Aber wie der unerträglichen Situation entkommen? Eine Freundin gibt ihr schließlich die Kraft sich loszusagen und ganz neue Wege einzuschlagen.

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Ich-habe-dir-immer-ueber-alles-die-Wahrheit-gesagt/Amanda-Svensson/btb-Taschenbuch/e552096.rhd

Mein Eindruck:

Irgendwie sehr wirr, aber irgendwie auch sehr gut. Das Buch muss wohl noch ein bisschen nachwirken.

Die Ladenhüterin | Sayaka Murata

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Nachdem ich mich ein wenig durch die letzte Lektüre quälte, griff ich vor einigen Tag nach einem Roman, den ich schon häufiger in den Händen hielt. Am nächsten Tag hatte ich ihn bereits ausgelesen. Und war sehr begeistert. Gefühlt hat mich dieser Roman aus meiner Lesefaulheit geholt. Bei dem Buch handelt es sich um Die Ladenhüterin von Sayaka Murata. Warum ich das Buch so fantastisch fand, lest ihr hier:

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Der Schneesturm | Vladimir Sorokin

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Wer auf Instagram die wohl als einschlägigen zu bezeichnenden Buchblogger abonniert hat, der hat wohl auch von dem Lesekreis von @mariachristinapiwowarski gehört. Lektüre für die Zeit vom 1. Dezember bis zum 12. Januar war der Roman von Vladimir Sorokin „Der Schneesturm“. Leider konnte mich das Werk überhaupt nicht überzeugen. Warum das so ist, erfahrt ihr hier: Weiterlesen

Lesemonat Dezember ’19

IMG_20200102_180054_852.jpgDer Januar hat begonnen und ich habe mir vorgenommen, wieder regelmäßig auf diesem Blog zu posten. Dazu gehört als allererstes mein fehlender Lesemonat für den Dezember. Traurig ist nur, dass ich ganz zwei Bücher beendet habe. Irgendwie war dieser Monat wirklich lesefaul. Ich war durch die Arbeit einfach viel unterwegs, es gab bereits viel Vorbereitung für nächstes Jahr und wirklich sehr viele Weihnachtsfeiern.

Trotzdem hab ich immerhin zwei Bücher beendet.

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Lesemonat November ’19

Wahnsinn, nun ist auch der November vorbei und Weihnachten steht quasi vor der Tür. Wo ist denn bitte die Zeit hin? Warum haben wir schon wieder Winter? Und obwohl ich grade im November das Gefühl hatte, ständig unterwegs zu sein, kann sich mein Stapel mit meinen gelesenen Bücher schon sehen lassen. Insgesamt sind es 6 Werke geworden mit 1.175 Seiten. Dazu gehören zwei Dramen, die ich für ein Uniseminar lesen musste und ein Buch für einen Lesezirkel, welches ich allerdings hauptsächlich als Hörbuch hörte. Um welche Bücher es sich handelt, seht ihr hier: Weiterlesen

Saša Stanišić | Herkunft

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Nachdem Saša Stanišić den Buchpreis für seinen Roman Herkunft im Oktober erhielt, war für mich klar, dass ich diesen Roman auch lesen möchte.

„Herkunft ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biographie: irgendwo geboren werden“, so steht es im Klappentext. Stanišić schreibt über sein Leben. Geboren im ehemaligen Jugoslawien, geflüchtet nach Deutschland, dort wo er aufgewachsen ist und sich heimisch fühlt. Gleichzeitig schreibt er vor allem über seine geliebte Großmutter, die an Demenz erkrankt und ihre Heimat kaum noch wiedererkennt. Ein Roman über Entwicklung, Veränderung, Träume. Ein Roman vom Weggehen und vom Ankommen.

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Lennardt Loß | Und andere Formen menschlichen Versagens

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Die Frankfurter Buchmesse ist seit fast einer Woche rum, und ich kann immer noch nicht glauben, was für tolle Erfahrungen ich machen durfte. Besonders gefreut habe ich mich über die nette Unterhaltung am Stand des Weissbooks Verlag. Als Krönung haben Andrea (@frau_fussi) und ich den Debütroman von Lennardt Loß ‚Und andere Formen menschlichen Versagens‘, welches im September als Hardcover bei Weissbooks erschien, geschenkt bekommen. Natürlichen waren wir sofort angefixt, da @diek_aiserin schon so sehr von dem Werk geschwärmt hatte, und haben einen kleinen Buddyread gemeinsam mit @gackelchensbooks veranstaltet. Ich kann jetzt schon mal sagen, dass wir hier ein kleines Schmuckstück lesen durften und es für mich ein Jahreshighlight war. Warum erfahrt ihr hier:

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